Gesetz und Freiheit.
Über den Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer

Im Jahr 2007 wäre der einflussreiche Architekt Friedrich Wilhelm Kraemer (1907–1990) 100 Jahre alt geworden. Dies nahm das M:AI 2008 zum Anlass und zeigte in Kooperation mit der Architektenkammer NRW eine vom Institut für Bau- und Stadtbaugeschichte (Fachbereich gtas) der Technischen Universität Braunschweig konzipierte Ausstellung zu Kraemers Werk.

Als Begründer der „Braunschweiger Schule“ hat Kraemer auch in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Düsseldorf, seine Spuren hinterlassen. Nach seinen Plänen entstand die Landeszentralbank, heute Zentrale der Deutschen Bundesbank (1959-64), die Sparkasse (1959-64) und der Neu- und Umbau der Deutschen und Dresdner Bank (1976-90).

Das bekannteste und markanteste Gebäude Kraemers ist aber die elegante, muschelartige Kuppel der Jahrhunderthalle der Farbwerke Hoechst A.G. in Frankfurt (1961-62). Sie ist Ausdruck von Kraemers internationaler Orientierung. Der Architekt leistete mit seinem vielschichtigen Werk aus Wohnungsbauten, Industrie- und Geschäftsgebäuden sowie Kultur- und Bildungsbauten einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der deutschen Nachkriegsarchitektur.
Die Ausstellung basierte auf persönlichen Gesprächen mit Weggefährten Kraemers, der Sichtung vieler Bauakten und -pläne sowie seiner wenigen persönlichen Zeichnungen. Besonders die Fotos von namhaften Fotografen wie Heinrich Heidersberger haben wesentlich zur Faszination der Architektur dieser Zeit beigetragen. Gezeigt wurden Originalpläne von Projekten und Wettbewerben, Skizzen, Aufsätze und Briefe. In einer rund 35-minütigen Filmdokumentation kamen Zeitzeugen zu Wort.