Museum X

“Museum X” war der Name einer temporären Installation des Museum Abteiberg Mönchengladbach und des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW im ehemaligen Stadttheater in Mönchengladbach. Dahinter steckte die Frage: Wie lässt sich eine einjährige Schließung eines Kunstmuseums so überbrücken, das es in diesem Zeitraum Gesprächsthema bleibt und gleichzeitig Spannung auf die Neueröffnung fördert?

Entwickelt wurde diese Intervention von der Kommunikationsagentur realities:united anlässlich der sanierungsbedingten Schließung des Museums Abteiberg. Es entstand nicht nur eine Ausweichmöglichkeit für das ausgelagerte Museum, sondern ein Ort, an dem sich Architektur, Kunst und der aktuelle Umbauprozess thematisieren ließen. Die Grundidee war eine “Museumssimulation als Skulptur” im Stadtraum. Mit großflächigen textilen Fassadenelementen, aufgedruckter und maßstabsvergrößerter Waschbetonoberfläche sowie durch wenige Ein- und Anbauten wurde der Baukörper des ehemaligen Stadttheaters in einen fiktiven Museumsbau verwandelt. Der gläserne Bau wurde zu einem geschlossenen monolithischen Körper umgestaltet – eine Kreuzung zwischen Raumskulptur und Repräsentationsbau im Stil der Nachkriegsmoderne. Die Fahne auf dem Bühnenturm und der Schriftzug “Museum” auf dem Theaterbau zeigten Selbst- und Sendungsbewusstsein, doch blieb die übertriebene Geste jederzeit transparent, sodass ernsthafte Missverständnisse ausgeschlossen wurden und der spielerische Charakter unverkennbar war.

Fast wie eine Werbeskulptur stand das Museum X in der Stadt und bot Platz für kleine experimentelle Ausstellungen und andere Veranstaltungen, wie ein künstlerisches Filmprojekt. Nutzbar war ausschließlich das Foyer, das mit Neonbeleuchtung, Spiegeln und weißen skulpturalen Einbauten die Hollein‘sche Architektur des Museum Abteiberg zitierte.