Produktive Stadtlandschaften

Herausforderungen der Stadt- und Regionalentwicklung war das Thema der M:AI-Ausstellung “Produktive StadtLandschaften” aus dem Jahr 2014. Wer baut und für wen StadtLandschaften? Welche Ziele werden mit der Flächenentwicklung verfolgt und wie sehen die Prozesse zur Entwicklung und Realisierung aus? Welchen Wert besitzt Landschaft in der Stadt und in urbanen Regionen?

Der Begriff Freiraum, verwendet für städtische Räume, ist irreführend. Freie Flächen sind heute nicht mehr frei. Längst besitzen sie ihre Bedeutungen und Funktionen – auch Landschafts- und Parkflächen: Sie regulieren das Stadtklima, unterliegen gewerblichen und landwirtschaftlichen Nutzungen, vernetzen Stadträume und dienen als Mobilitätsflächen oder Naherholungsgebiete. Darüber hinaus produzieren sie Stadt und sind für Wachstum in den vergangenen Jahren immer begehrter geworden.

Ein besonderer Fokus der Ausstellung richtete sich auf den Emscher Landschaftspark. Geplant als „grünes Rückgrat“ des Ruhrgebiets, zeigt dieses interkommunale Landschaftsprojekt, welche Aufgaben, Erwartungen, Funktionen und Interessen sich mit Landschaftsplanung verknüpfen. Aktuell beschäftigen die Planer besondere Herausforderungen: das nötige Pflege- und Schutzmanagement, der Umbau des Emscher-Systems (eines offenen Abwassersystems mit insgesamt 360 km Länge), aber auch die Wahrnehmung der Region als Kulturlandschaft sowie veränderte Formen des Flächenmanagements. Und nicht zuletzt verändern neue Förderprogramme das Großprojekt, das seinen Ursprung im Strukturprogramm IBA Emscher Park hatte. Was die Ausprägung des Parks in Zukunft bestimmen wird, ist vielfältig: Naherholung und Freizeitangebote, der Trend zum urban gardening, aber auch der Erhalt von kleinen Flächen für die urbane Landwirtschaft, hinzukommt ein wachsender Bedarf an Flächen für Solar- und Windanlagen oder Biomasse-Produktion sowie an Gewerbeflächen. Hierbei spielen das Wachsen und Schrumpfen von Städten, die am Park beteiligt sind, eine entscheidende Rolle.